Wissensblog · Darm, Hormone & Erschöpfung
HPU und Migräne – kann ein Nährstoffmangel dahinterstecken?
Migräne hat viele Auslöser – und einer, der oft übersehen wird, ist ein chronischer Mangel an genau den Nährstoffen, die dein Nervensystem stabil halten. Eine Hämopyrrollaktamurie (HPU) kann hier eine Rolle spielen: Weil sie dem Körper dauerhaft Vitamin B6, Zink und Mangan entzieht und häufig mit einem Histaminthema einhergeht, kann sie die Schwelle senken, ab der eine Migräne losbricht. HPU verursacht die Migräne nicht im Alleingang. Aber sie kann ein Baustein sein, nach dem bisher niemand gesucht hat – besonders, wenn die Migräne häufig ist und die üblichen Mittel wenig ausrichten.
Eines vorweg, das ist mir wichtig: Migräne sollte ärztlich betreut werden. Hier geht es nicht darum, das zu ersetzen, sondern darum, eine mögliche Ursache im Hintergrund mitzudenken.
Welche Rolle spielen Nährstoffe bei Migräne?
Eine größere, als lange angenommen. Vor allem Magnesium und Vitamin B2 (Riboflavin) stehen im Zusammenhang mit Migräne – die Forschung zeigt Hinweise, dass ein guter Status dieser Nährstoffe Attacken vorbeugen kann. Der Grund liegt nahe: Nerven und Energiestoffwechsel brauchen diese Bausteine, und wenn sie knapp werden, reagiert das System reizbarer. Fehlt dem Körper also dauerhaft etwas, sinkt die Schwelle, ab der eine Migräne ausgelöst wird. Ein Wundermittel ist das nicht. Aber ein Hebel, den man nicht übersehen sollte.
Was hat HPU damit zu tun?
Genau hier kommt HPU ins Spiel. Bei einer HPU verliert der Körper laufend Vitamin B6, Zink und Mangan über den Urin (was HPU genau ist). Ein Körper in diesem Dauermangel hat oft auch sonst wenig Reserve – und dem Nervensystem fehlt die stabile Grundlage. Dazu kommt ein zweiter Faden: HPU geht häufig mit einem Histaminthema einher, und Histamin ist ein klassischer Migräne-Auslöser (Histaminintoleranz und Darm). Zwei Wege also, auf denen dieselbe Stoffwechselbesonderheit eine Migräne befeuern kann.
Woran erkenne ich, dass HPU im Spiel sein könnte?
Selten an der Migräne allein. Aufhorchen solltest du, wenn neben den Kopfschmerzen noch anderes dazukommt: anhaltende Erschöpfung, ein empfindlicher Darm, hohe Stress- und Reizempfindlichkeit, Reaktionen auf histaminreiche Lebensmittel. Dieses Gesamtbild – Migräne plus mehrere solcher Begleiter – ist der Moment, in dem sich der Blick auf eine HPU lohnt. Nicht bei jedem Kopfschmerz, aber bei dem hartnäckigen, der sich mit den üblichen Mitteln nicht bändigen lässt.
„Ich habe viele Frauen begleitet, deren Migräne jahrelang als reines Kopfthema behandelt wurde. Dabei fehlte ihrem Körper schlicht das Material, um ruhig zu bleiben. Wenn man die HPU dahinter erkennt und den Dauermangel ausgleicht, wird oft nicht nur der Kopf ruhiger.” — Dr. Claudia Bentzien
Was solltest du jetzt tun?
Zweierlei, und zwar parallel. Erstens: Nimm die Migräne ernst und lass sie ärztlich betreuen – eine gute Migränetherapie ist wichtig und durch nichts zu ersetzen. Zweitens: Wenn das Gesamtbild passt, lass abklären, ob eine HPU dahintersteckt. Und falls ja, geht es nicht darum, wahllos Magnesium und B6 zu schlucken, sondern den individuellen Mangel zu ermitteln und gezielt, begleitet auszugleichen – nicht blind substituiert, sondern im Blut gemessen.
Aus meiner Erfahrung mit über 600 begleiteten Menschen (mehr über mich) ist die hartnäckige Migräne oft genau so ein Fall: Nicht der Kopf ist das eigentliche Problem, sondern ein Körper, dem seit Jahren etwas fehlt. Und das lässt sich klären.
Häufige Fragen
Kann ein Nährstoffmangel Migräne auslösen?
Ein Mangel löst Migräne selten allein aus, kann aber die Schwelle senken, ab der Attacken entstehen. Besonders Magnesium und Vitamin B2 stehen im Zusammenhang mit Migräne. Migräne hat jedoch viele Auslöser und sollte ärztlich betreut werden – Nährstoffe sind ein Baustein, kein Ersatz.
Hilft Magnesium bei Migräne?
Für Magnesium und Vitamin B2 gibt es Hinweise, dass ein guter Status Attacken vorbeugen kann. Das ersetzt aber keine ärztliche Migränetherapie und sollte nicht auf eigene Faust hochdosiert werden, sondern in ein sinnvolles Gesamtkonzept passen.
Sollte ich bei häufiger Migräne an HPU denken?
Wenn zur Migräne weitere Zeichen kommen – Erschöpfung, empfindlicher Darm, Stress- und Histaminempfindlichkeit – und die üblichen Mittel wenig helfen, lohnt es sich, eine HPU abklären zu lassen. Immer zusammen mit guter ärztlicher Betreuung.